Supplement-Trends: Was wirklich sinnvoll ist
Supplements sind überall. Zuerst zählt Orientierung, dann Auswahl. Deshalb findest du hier die wichtigsten Trend-Produkte, inklusive Qualitäts-Hinweisen und Grenzen. So sparst du Zeit, und du triffst ruhigere Entscheidungen – ohne Hype.


Shilajit
Shilajit taucht momentan in vielen Feeds als natürlicher „Energie-Booster“ auf. Spannend – aber nur mit sauberer Qualität.
Oft wird mehr Energie versprochen, jedoch sind die Studien klein und gemischt. Wichtig ist die Sicherheit. Weil Shilajit ein Naturprodukt ist, können Schwermetalle oder Keime vorkommen. Darum solltest du Laborberichte einsehen, außerdem auf Herkunft und eine Standardisierung (z. B. Fulvinsäure-Gehalt) achten. Ob Harz, Pulver oder Kapsel – entscheidend ist Transparenz auf dem Label. Bei Schwangerschaft, Stillzeit oder Vorerkrankungen gilt: erst ärztlich fragen. Insgesamt kann Shilajit spannend sein; trotzdem ersetzt es nicht Schlaf, Ernährung und Training.
Ashwagandha
Ashwagandha gilt als Adaptogen
Viele berichten von ruhigerem Schlaf; gleichzeitig hängt die Wirkung stark vom Extrakt ab. Deshalb lohnt sich ein Blick auf standardisierte Wurzelextrakte mit deklariertem Withanolide-Gehalt. Außerdem sind Laborprüfungen wichtig. Produkte, die vor allem Blattpulver nutzen, sind oft schwächer belegt. Allerdings kann es zu Wechselwirkungen kommen, etwa mit der Schilddrüse oder Beruhigungsmitteln. Daher vor der Einnahme ärztlich klären – insbesondere in Schwangerschaft und Stillzeit. Unterm Strich kann Ashwagandha stressige Phasen begleiten; doch Basis bleibt Schlaf, Bewegung und gute Mahlzeiten.


Kreatin
Klassiker mit Comeback – nicht nur fürs Gym, auch wegen diskutierter kognitiver Effekte.
Kreatin-Monohydrat ist eines der bestuntersuchten Supplements für kurze, intensive Belastungen; besonders relevant für Veganer*innen, da die Ausgangsspeicher oft niedriger sind. Setz auf reines Monohydrat mit hoher Reinheit (Qualitätszertifikate, keine Füllstoffe) und lass dich nicht von „Spezialformen“ locken. Häufige Begleiterscheinung ist mehr intramuskuläres Wasser – kein Fettzuwachs, aber die Waage kann steigen. Bei Nierenthemen, Medikamenten oder in der Schwangerschaft gilt: ärztlich klären. Kreatin ergänzt Training, Eiweißzufuhr und Schlaf – es ersetzt sie nicht.

Athlete-Stack
All-in-One klingt bequem – birgt aber das Risiko von Doppeldosierungen.
„Athlete-Stacks“ bündeln häufig Multivitamin, Omega-3, Vitamin D/K2, Magnesium, Elektrolyte und teils Adaptogene.
- Vorteil: Routine & Bequemlichkeit. Risiken: überlappende Nährstoffe (z. B. doppelt Vitamin D/Zink), Proprietary Blends ohne Mengenangaben und unnötige Zusätze. Dein Check: vollständige Deklaration, realistische Tagesmengen, unabhängige Tests und klare Hinweise zu Allergenen. Prüfe, was du bereits einzeln nimmst (z. B. Creatin, Algen-Omega-3), um Doppeldosierungen zu vermeiden. Ein Stack kann sinnvoll sein – wenn er transparent, moderat und zu deinem Bedarf passt.
Lion’s Mane
„Brainfood“-Pilz für Lern- und Fokusphasen – beliebt in Study-Tok und Biohacking.
Lion’s Mane (Hericium erinaceus) wird mit Konzentration und Nervenregeneration in Verbindung gebracht; Human-Daten sind vielversprechend, aber begrenzt. Für belastbare Produkte wähle Fruchtkörper-Extrakte (nicht nur Myzel auf Getreide), deklarierten Beta-Glucan-Gehalt und idealerweise Dual-Extraktion (Wasser/Alkohol). Unabhängige Labortests zu Schwermetallen, Mikrobiologie und Pestiziden sind Pflicht. Bei Pilzallergien, Autoimmunerkrankungen oder in Schwangerschaft/Stillzeit: vorher ärztlich prüfen. Als Trend-Begleiter kann Lion’s Mane helfen, ersetzt aber keine Pausen, Tageslicht und Bewegung.

Rote Beete
„Ausdauer-Booster aus Nitrat“ – beliebt vor Cardio-Einheiten und Wettkämpfen. Rote-Beete-Saft liefert Nitrat, das im Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) wird: Gefäße weiten sich, die Sauerstoffkosten sinken und die Ermüdung verzögert sich – vor allem bei Ausdauer und kurzen, intensiven Intervallen.
So nutzt du’s sinnvoll:
- Dosierung/Timing: 6–8 mmol Nitrat (≈ 400–500 mg) 2–3 Stunden vorher. Das entspricht ca. 70–140 ml Konzentrat oder 400–500 ml Saft. Optional 3–7 Tage „laden“.
- Qualität: Produkte mit deklariertem Nitrat-Gehalt wählen; antibakterielle Mundspülungen vermeiden (stören die Nitrat-Umwandlung).
- Sicherheit: Kann Blutdruck senken; bei Nierensteinen (Oxalat), Magenproblemen, Schwangerschaft/Medikation ärztlich abklären. Harmlos: rote Färbung von Urin/Stuhl.

