Shilajit

Shilajit: Trend-Supplement im Faktencheck

Erfahrungsberichte, Evidenzen, Pro’s & Contra’s

Shilajit: Kurzfassung

Shilajit ist ein natürliches Harz/Fulvinsäure-Komplex aus Gebirgsregionen. Erste Studien deuten u. a. auf Effekte bei Testosteronwerten (Männer mittleren Alters) sowie auf ermüdungsbedingten Leistungsverlust im Training hin. Gleichzeitig sind Qualitäts- und Sicherheitsfragen zentral (Schwermetalle, Reinigung/Standardisierung). Wer es nutzen möchte, sollte gereinigte, laborgeprüfte Produkte wählen und den Nutzen nüchtern gegen Aufwand/Risiko abwägen.

Woraus besteht Shilajit?

Shilajit ist ein natürliches Exsudat („Mineralharz“), das über lange Zeit aus pflanzlichen/organischen Resten entsteht. Chemisch dominiert ein Huminstoff-Komplex mit hohem Fulvinsäure-Anteil; daneben finden sich diverse organische Säuren und Spurenelemente. Die Zusammensetzung variiert je nach Herkunft und Aufbereitung.

Shilajit (Mumijo) als Harz und Pulver auf grauem Hintergrund: Schälchen mit Pulver, kleine Glasdose mit Harz auf Schieferplatte, Holzlöffel daneben – geeignet für den Abschnitt „Woraus besteht Shilajit?“.

Was sagt die Evidenz?

Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an gesunden Männern (45–55 J.) zeigte nach 90 Tagen mit gereinigtem Shilajit (2×250 mg/Tag) einen Anstieg des Gesamt- und freiem Testosteron sowie DHEAS gegenüber Placebo. Das ist interessant, aber: Population spezifisch (mittelalterliche Männer), Studiendauer begrenzt, Replikation in weiteren Personen bzw. Altersgruppen sind wünschenswert.

Training/Ermüdung

In einem 8-Wochen-Versuch (250 mg/Tag oder 500 mg/Tag vs. Placebo) schnitt Shilajit bei ermüdungsinduzierten Kraftabfällen besser ab (geringerer Leistungsabfall, Hinweise auf günstigere Kollagen-/Bindegewebsmarker). Es handelt sich um eine kontrollierte Studie mit sportnahen Endpunkten, aber ohne große Leistungsmetriken wie 1-RM-Zuwächse.

Weitere Hypothesen

Übersichtsarbeiten diskutieren mögliche antiinflammatorische/antioxidative und neuroprotektive Effekte; diese leiten sich vor allem aus präklinischen Daten und kleineren Humanstudien ab – spannend, aber noch nicht „settled“.

Erfahrungsbericht – Shilajit

Ich habe Shilajit acht Wochen in einem stabilen Trainingsblock getestet, weil mich die Wirkung auf Ermüdung interessierte. Programm: 4–5 Einheiten/Woche mit Kniebeugen, Kreuzheben, Drücken plus Laufband-Intervalle; Ernährung, Schlaf und Volumen blieben konstant. Ich nutzte ein gereinigtes, laborgeprüftes Produkt mit CoAs.
Die ersten zwei Wochen: neutral. Ab Woche drei war der Leistungsabfall in längeren Sätzen etwas geringer: Satz 4–5 wirkten weniger „zäh“, Pausen reichten besser, die Technik brach später ein. Auf dem Bike blieb die Spitzenleistung gleich, die Ermüdungsresistenz in späteren Intervallen war minimal besser; subjektiv sank die RPE. Maximalkraft stieg nicht spürbar.
Nebenwirkungen traten keine auf. Ein möglicher Placebo-Effekt ist mir bewusst; daher blieb das Programming unverändert und protokolliert. Fazit: kleiner, messbarer Vorteil bei der Erholung zwischen Sätzen – sinnvoll nur mit transparentem, standardisiertem Produkt und dem Ziel Ermüdungsresistenz; für reine Maxkraft bleiben Training, Technik, Protein, Schlaf Priorität.

Sicherheit, Qualität & Rechtliches

Schwermetalle/Verunreinigungen: Roh-Shilajit und schlecht aufbereitete Produkte können Blei, Arsen, Quecksilber, u. a. enthalten. Behörden (z. B. Health Canada) warnten wiederholt vor nicht gereinigten ayurvedischen Produkten und fordern für Shilajit Reinigung + Grenzwerte; einzelne moderne Analysen mahnen auch Thallium als möglichen Parameter an.

Schwermetalle/Verunreinigungen: Roh-Shilajit und schlecht aufbereitete Produkte können Blei, Arsen, Quecksilber, u. a. enthalten. Behörden (z. B. Health Canada) warnten wiederholt vor nicht gereinigten ayurvedischen Produkten und fordern für Shilajit Reinigung + Grenzwerte; einzelne moderne Analysen mahnen auch Thallium als möglichen Parameter an.

Heterogene Befunde: Reviews zeigen, dass Metallgehalte meist unter Grenzwerten liegen, in einigen Studien aber überschritten wurden – deshalb ist Chargen-/Laborkontrolle entscheidend.

Studien-Dosierungen (als Kontext, keine Empfehlung): 2×250 mg/Tag über 90 Tage (Testosteron-Studie); 250–500 mg/Tag über 8 Wochen (Training/Ermüdung). Produktqualität und Fulvinsäure-Standardisierung waren jeweils gereinigt/geprüft.

Praktischer Sicherheits-Check (bevor man es in Erwägung zieht):

  • „Purified“/gereinigt und standardisiert (z. B. ausgewiesener Fulvinsäure-Gehalt).
  • Unabhängige Labore (Schwermetalle, Mikrobiologie) mit einsehbaren Zertifikaten.
  • Transparente Herkunft & klare Deklaration (Inhaltsstoffe, Träger).
  • Medizinische Rücksprache bei Schwangerschaft/Stillzeit, Schilddrüse/Nierenerkrankungen, Medikation.
Shilajit Sicherheits-Check: Stethoskop, Lupe, Check-Symbol, Klemmbrett und Glas mit Shilajit – Symbolbild für Qualität, CoAs, Laborprüfung und ärztliche Rücksprache.

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Häufige Fragen zu Shilajit

Kurz & evidenznah: Shilajit Wirkung, Qualität (gereinigt, Fulvinsäure, CoAs), Dosierung, Anwendung und Sicherheit im Überblick.

Was ist Shilajit – und woraus besteht es?
Shilajit ist ein natürliches Mineralharz aus Gebirgsregionen. Es enthält Huminstoffe (v. a. Fulvinsäure), organische Säuren und Spurenelemente. Für Nahrungsergänzung werden gereinigte, standardisierte Extrakte verwendet – keine rohen Harze.
Was sagt die Forschung zur Shilajit Wirkung?
Einzelne RCTs berichten bei Männern mittleren Alters nach 90 Tagen 2×250 mg gereinigtem Shilajit Anstiege von Gesamt-/freiem Testosteron. Trainingsdaten deuten auf geringeren ermüdungsbedingten Leistungsabfall hin. Insgesamt: vielversprechend, aber begrenzte Evidenz; Effekte sind individuell.
Wie erkenne ich Qualität & Reinheit?
Bevorzuge purified/standardisierte Produkte mit Fulvinsäure-Angabe und CoAs (Schwermetalle, Mikrobiologie). Transparente Herkunft, Extraktionsverfahren, eindeutige mg-Angaben je Portion und chargenspezifische Labore sind Pflicht.
Wie dosiere ich Shilajit – und wann einnehmen?
Orientierung: 250–500 mg/Tag gereinigter Extrakt; Studien nutzten u. a. 2×250 mg über 90 Tage. Starte niedrig, nimm es mit einer Mahlzeit und prüfe die Verträglichkeit. Zyklisch 6–12 Wochen testen; Herstellerangaben beachten.
Ist Shilajit sicher – wer sollte vorsichtig sein?
Bei geprüfter Qualität meist gut verträglich. Vorsicht bei Schwangerschaft/Stillzeit, Nieren-/Leberthemen, Schilddrüse oder Medikation – vorher ärztlich abklären. Roh/ungenügend gereinigte Produkte können Schwermetalle enthalten. Dies ersetzt keine medizinische Beratung.